Im Arbeitsalltag bleibt zwischen Terminen, Aufgaben und dringenden Anfragen oft wenig Zeit, digitale Strukturen regelmäßig zu pflegen oder Unordnung sofort zu bereinigen. Genau hier setzte der Digitale Frühjahrsputz 2026 an, der vom 21. bis 23. April 2026 bereits zum vierten Mal stattfand: als Anstoß, sich bewusst Zeit fürs digitale Aufräumen zu nehmen und damit wichtige Voraussetzungen für sicheres und effizientes Arbeiten zu schaffen.

Neben den fachlichen Impulsen boten alle drei Termine auch Raum für den Austausch zwischen den Teilnehmenden. Erfahrungen aus dem eigenen Arbeitsalltag, konkrete Fragen und unterschiedliche Perspektiven machten deutlich, dass viele Unternehmen und Organisationen vor ähnlichen digitalen Herausforderungen stehen – und dass gerade der gemeinsame Blick auf diese Themen wertvolle Anregungen für die eigene Praxis liefern kann. Insgesamt nahmen 73 Personen an der Veranstaltungsreihe teil.
Eingeladen hatte unsere Modellfabrik Virtualisierung gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern Südthüringen, Ostthüringen zu Gera und Erfurt sowie dem ThEx Wirtschaft 4.0.
Drei Tage, drei Themen, ein Ziel: digital besser aufgestellt sein.
Im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe stand nicht das bloße „Aufräumen“ digitaler Oberflächen. Vielmehr ging es darum, Klarheit zu schaffen, Risiken zu reduzieren, Arbeitsabläufe zu verbessern und digitale Werkzeuge bewusster einzusetzen. Die Teilnehmenden erhielten Anregungen, wie sie mit überschaubarem Aufwand mehr Struktur, Sicherheit und Effizienz in ihren digitalen Arbeitsalltag bringen können.
Die Reihe gliederte sich in drei thematische Schwerpunkte: IT-Sicherheit überprüfen, Social-Media-Kanäle checken und Datenablage optimieren. Damit griff der Digitale Frühjahrsputz zentrale Fragen auf, die viele Unternehmen aktuell beschäftigen: Wie schütze ich meine Daten besser? Wie bleibe ich online glaubwürdig und sichtbar? Und wie organisiere ich digitale Informationen so, dass sie auffindbar, nutzbar und sicher abgelegt sind? Auch Künstliche Intelligenz wurde punktuell als unterstützendes Werkzeug einbezogen – nicht als Selbstzweck, sondern dort, wo sie beim Sortieren, Strukturieren, Analysieren oder Formulieren digitaler Inhalte praktisch helfen kann.
Teil 1: IT-Sicherheit beginnt mit einfachen, aber wirksamen Maßnahmen
Den Auftakt bildete das Thema IT-Sicherheit. Gemeinsam mit Arnim Wagner vom Mittelstand-Digital Zentrum Chemnitz wurde der Blick auf typische Risiken im digitalen Arbeitsalltag gelenkt. Dazu zählen schwache oder mehrfach verwendete Passwörter, unsichere Netzwerke, fehlende Backups oder unzureichend geschützte Geräte. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist IT-Sicherheit oft eine Herausforderung: Die Risiken sind real, die Ressourcen aber begrenzt. Umso wichtiger sind Maßnahmen, die schnell verständlich, bezahlbar und direkt umsetzbar sind. Im ersten Teil der Reihe wurde daher anhand vieler Beispiele gezeigt, wie digitale Basissicherheit Schritt für Schritt verbessert werden kann.

Kostenfreie Angebote rund um IT-Sicherheit bietet das Mittelstand-Digital Zentrum Chemnitz, unter anderem mit den Broschüren der Reihe „Nachgelesen“. Diese behandeln zum Beispiel sichere Passwörter und die Goldenen Regeln zum Schutz von Unternehmensdaten.
Auch die Transferstelle Cybersicherheit im Mittelstand, die ebenfalls im Rahmen von Mittelstand-Digital vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird, unterstützt Unternehmen mit Veranstaltungen und zahlreichen Selbstlernangeboten rund um IT-Sicherheit.
Teil 2: Social Media aufräumen – für mehr Klarheit, Glaubwürdigkeit und Wirkung
Am zweiten Veranstaltungstag standen die Social-Media-Kanäle im Fokus. Mit Prof. Dr. Stefan Voigt vom Mittelstand-Digital Zentrum Magdeburg betrachteten die Teilnehmenden, wie Unternehmensprofile aktuell, glaubwürdig und übersichtlich bleiben können.

Viele Organisationen sind über Jahre auf verschiedenen Plattformen gewachsen. Dabei entstehen nicht selten digitale Altlasten: veraltete Profilinformationen, nicht mehr passende Beiträge, uneinheitliche Bildwelten oder Kanäle, die zwar existieren, aber kaum noch gepflegt werden. Genau hier setzte der zweite Teil des Digitalen Frühjahrsputzes an. Anhand der Profile des Magdeburger Zentrums und seiner persönlichen Profile zeigte Stefan Voigt den Teilnehmenden, wie sie ihre Social-Media-Präsenz systematisch überprüfen können. Dabei ging es auch um einen strategischen Blick auf die eigene Online-Präsenz, denn Social Media ist sowohl ein Kommunikationskanal als auch eine digitale Visitenkarte. Wer dort sichtbar ist, sollte nicht nur posten, sondern auch regelmäßig prüfen, ob das Gesamtbild noch stimmt. Manchmal genügt schon ein aktualisiertes Profilbild, eine klarere Beschreibung oder ein aufgeräumter Redaktionsplan, um nach außen deutlich professioneller zu wirken.
Zu den zahlreichen Tipps von Stefan Voigt gehörten auch die Möglichkeiten, Social-Media-Posts KI-unterstützt zu planen und automatisiert auszuspielen mit Hilfe von sogenannten No-Code Plattformen und Automatisierungsdiensten. Hierzu bietet das Mittelstand-Digital Zentrum Magdeburg aktuell eine mehrteilige Veranstaltungsreihe an. Anmeldungen sind noch möglich, aber die Plätze sind begrenzt.
Teil 3: Datenablage optimieren – damit Suchen nicht zur Hauptbeschäftigung wird
Der dritte Teil widmete sich einem Thema, das in nahezu jedem digitalen Arbeitsumfeld relevant ist: der Datenablage. Gemeinsam mit Isabell Weiß und Constance Möhwald von der Modellfabrik Virtualisierung wurde erarbeitet, wie digitale Dateien übersichtlicher, einheitlicher und nachhaltiger organisiert werden können.
Unklare Ordnerstrukturen, doppelte Dateien, uneinheitliche Benennungen oder verstreute Dokumente kosten im Arbeitsalltag Zeit und Nerven. Häufig ist das Problem nicht der fehlende Speicherplatz, sondern die fehlende Struktur. Wenn wichtige Informationen erst nach langer Suche gefunden werden, leidet nicht nur die Effizienz, sondern auch die Zusammenarbeit im Team.
Um die vorgestellten Ansätze nicht nur theoretisch nachvollziehbar zu vermitteln, wurde anhand der Datenorganisation der Modellfabrik gezeigt, wie eine Datenablage so strukturiert werden kann, dass sich alle Mitarbeitenden darin zurechtfinden. Dazu gehört auch, dass klar geregelt ist, wo Vorgaben etwa zur Benennung von Ordnern und Dateien zu finden sind und wie wichtig es ist, sich regelmäßig im Team zu besprechen, wenn Probleme auftreten – zum Beispiel, wenn Dateien nicht gefunden werden oder Ablagestrukturen im Alltag nicht funktionieren.
Ein zentraler Punkt für ein geordnetes digitales Arbeitsumfeld ist Disziplin. Digitale Ordnung entsteht nicht nebenbei, sondern braucht feste Zeiten, in denen Dateiablagen überprüft, bereinigt und ggf. angepasst werden.
In der anschließenden Diskussion berichteten einige Teilnehmende von ihren Strategien und Erfahrungen dazu, welche Routinen sie etabliert haben, damit digitale Ordnung auch in einem vollen Arbeitsalltag gelingen kann.
Welche Bereiche sollten regelmäßig aufgeräumt werden?
- E-Mails & Newsletter: Unnötige E-Mails löschen, Spam-Ordner und Papierkorb leeren, Gesendet-Ordner bereinigen, Newsletter abbestellen (Suchfunktion nutzen).
- Dateien & Ordner: Duplikate mit Tools entfernen, Download-Ordner bereinigen, Fotos/Videos organisieren, klare Ordnerstruktur erstellen.
- Geräteoptimierung: Ungenutzte Apps/Programme deinstallieren, temporäre Dateien löschen.
- Accounts & Sicherheit: Unbenutzte Konten kündigen, Passwort-Manager einführen.

Dank an Teilnehmende, Referierende und Partner
Ein besonderer Dank gilt allen Teilnehmenden, die sich aktiv eingebracht und die Veranstaltungsreihe mit ihren Fragen und Erfahrungen bereichert haben. Ebenso danken wir unseren Partnerinnen sowie den Kollegen Arnim Wagner und Prof. Dr. Stefan Voigt für ihre praxisnahen Beiträge und wertvollen Impulse.
Bildquellen
- Digital Cleanup-Initiative: © Mittelstand-Digital Zentrum Ilmenau
- sichere Passwörter: © Mittelstand-Digital Zentrum Ilmenau
- Einsichten vs Engagement: @Prof. Dr. Stefan Voigt
- Mentimeter-Umfrage: © Mittelstand-Digital Zentrum Ilmenau






