Heinz Wolfgang Lahmann und Joanna Izdebski, Projektmanager in der Modellfabrik Prozessdaten des Mittelstand-Digital Zentrums Ilmenau, besuchten das Technologietransferzentrum Bad Kissingen (TTZ-KG), ein Institut der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt, um sich über aktuelle Forschungs- und Transferaktivitäten auszutauschen und Kooperationspotenziale auszuloten.
Das 2023 gegründete TTZ Bad Kissingen ist eines von insgesamt sechs Technologietransferzentren in Bayern. Ziel dieser Zentren ist es, wissenschaftliche Kompetenz gezielt in die regionale Wirtschaft zu transferieren, Innovationsprozesse zu beschleunigen und Unternehmen bei der digitalen Transformation praxisnah zu unterstützen.
Das TTZ Bad Kissingen fokussiert sich insbesondere auf die nachhaltige digitale Transformation in den Bereichen Laboranalytik und Medizintechnik. Das TTZ-KG konzentriert sich hierbei vor allem auf die nachhaltige Digitalisierung von Laborprozessen und deckt dabei vier zentrale Tätigkeitsfelder ab:
- Im Bereich KI-gestützte automatisierte Analyse von Prozessdaten werden unter anderem Prozessbilder, mikroskopische Messdaten sowie Berichts- und Formulardaten intelligent ausgewertet und strukturiert verarbeitet.
- Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Process Mining zur Prozessoptimierung und Data Mining zur Identifikation von Anomalien, beispielsweise auf Basis vorhandener Event-Logs oder LIMS-Daten. Ziel ist es, Transparenz in komplexe Abläufe zu bringen und Effizienzpotenziale systematisch zu erschließen.
- Im Feld Sondermaschinenbau für individuelle (Teil-)Prozessautomatisierung entwickelt das Zentrum maßgeschneiderte technische Lösungen – etwa robotergestützte Pipettieranlagen, Probensortierungssysteme oder Decapper-Lösungen.
- Ergänzend dazu widmet sich das TTZ der Integration von Laborinformations- und Kommunikationssystemen zur Steigerung von Effizienz und Datensicherheit, beispielsweise durch automatisierte Protokollierung, optimierte Gerätekommunikation und durchgängiges Probentracking.
Im Rahmen des Besuchs wurden zahlreiche Synergien identifiziert – insbesondere in den Bereichen KI-Anwendungen, datenbasierte Prozessoptimierung, Automatisierungslösungen sowie Transferformate für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
Beide Einrichtungen sind in Regionen mit vergleichbaren strukturellen und demografischen Herausforderungen verankert. Sowohl Thüringen als auch Teile Bayerns sind geprägt von mittelständischen Strukturen, Innovationspotenzial und gleichzeitig dem Bedarf an gezielter Fachkräfte- und Transformationsunterstützung. Eine länderübergreifende Zusammenarbeit bietet daher großes Potenzial, um Ressourcen zu bündeln und Unternehmen noch wirksamer zu begleiten.
Ein besonderer Dank gilt Frau Dr. Lisa Kiesewetter für die Gastfreundschaft, die umfassenden Einblicke in die Arbeit des Zentrums sowie den konstruktiven Austausch.
Beide Institutionen beabsichtigen, den Dialog fortzuführen und konkrete Kooperationsansätze zu entwickeln, um die digitale Wettbewerbsfähigkeit der mittelständischen Wirtschaft in beiden Bundesländern nachhaltig zu stärken.

Bildquellen
- Gruppenfoto: © Mittelstand-Digital Zentrum Ilmenau






