Rund 300 Unternehmerinnen und Unternehmer, Führungskräfte sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung kamen Anfang Juni im Kulturhaus Geisa zum Unternehmertag „Wartburg vernetzt 2026“ zusammen. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie sich die Region in den vergangenen 35 Jahren von einer ehemaligen Grenzregion zu einem modernen Wirtschaftsstandort entwickelt hat – und wie wichtig Vernetzung für die digitale und wirtschaftliche Zukunft des Mittelstands ist.
Bereits am Vormittag öffneten mehrere Unternehmen ihre Türen für exklusive Betriebsbesichtigungen. Die Teilnehmer erhielten dabei spannende Einblicke in unterschiedliche Geschäftsmodelle, Produktionsprozesse und Innovationsansätze bei Abel Metallsysteme, Datafox GmbH, Fahrzeugbau Geisa, Herrmann Massivholzhaus GmbH, MES GmbH, W.AG Funktion + Design GmbH sowie Josef Wiegand GmbH & Co. KG. Für viele Gäste waren diese direkten Einblicke hinter die Werkstore ein besonderer Höhepunkt des Tages.
Veranstaltungsort Geisa hatte besondere Symbolkraft
Gerade in Zeiten von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und zunehmender Automatisierung gewinnen solche Einblicke an Bedeutung. Sie schaffen Raum für den Austausch von Erfahrungen, zeigen praxisnahe Lösungsansätze auf und fördern die Vernetzung zwischen Unternehmen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.
Die offizielle Eröffnung erfolgte durch die Geisaer Bürgermeisterin Manuela Henkel sowie Landrat Dr. Michael Brodführer. Beide betonten die Bedeutung von Kooperation, Innovationsbereitschaft und regionalen Netzwerken für die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands.
Geisa als Veranstaltungsort hatte eine besondere Symbolkraft. Wo einst die innerdeutsche Grenze verlief und Point Alpha für die Teilung Europas stand, entstehen heute neue Partnerschaften, Innovationsnetzwerke und wirtschaftliche Perspektiven. Die Region zeigt beispielhaft, wie erfolgreiche Zusammenarbeit über Grenzen hinweg gelingen kann.
Offenheit für Neues ist die Basis für Innovationen
Einen besonderen Akzent setzte der Impulsvortrag von Johannes Warth. Mit Humor, Energie und pointierten Denkanstößen machte er deutlich, warum Mut häufig der entscheidende Erfolgsfaktor für Unternehmen ist – insbesondere in Zeiten technologischer Veränderungen. Seine Botschaft: Wer offen für Neues bleibt und Veränderungen aktiv gestaltet, schafft die Grundlage für Innovation und Zukunftsfähigkeit.
Weitere Impulse lieferten Vertreter der BMW Group, der LINDIG Fördertechnik GmbH, der Deutschen Telekom, der Vollack Gruppe sowie der BARMER. Moderator Jens May führte mit viel Engagement durch das Programm und sorgte dafür, dass die Teilnehmer auch zwischen den Fachvorträgen aktiv miteinander ins Gespräch kamen.
Neben den Vorträgen stand vor allem Netzwerken im Mittelpunkt. Unternehmer-Speed-Networking, persönliche Gespräche und der direkte Austausch mit Entscheidern aus Wirtschaft und Politik boten zahlreiche Möglichkeiten, neue Kontakte zu knüpfen und Kooperationen anzustoßen.
Die besten Impulse entstehen im persönlichen Gespräch
Vor Ort vertreten waren auch Constanze Koch, Projektmanagerin des Gründungsideenwettbewerbs Südwestthüringen (GIW) in der GFE Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung e.V. Schmalkalden sowie Joanna Izdebski, ebenfalls von der GFE und dem Mittelstand-Digital Zentrum Ilmenau. Beide nutzten die Veranstaltung, um sich mit Unternehmen, Netzwerkpartnern und regionalen Akteuren auszutauschen sowie neue Impulse für Innovationsförderung, Digitalisierung und die Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen mitzunehmen.
In den Gesprächen hat sich einmal mehr bewahrheitet, dass der beste Impuls für Zusammenarbeit und Entwicklung das persönliche Gespräch ist. Die GFE als industrienahes Forschungsinstitut – zumal das Einzige in der Region – bietet insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen konkrete Mehrwerte. Mit dem Aufbau eines hochmodernen Zentrums für digitale Produktion werden im Moment die Kapazitäten erweitert, um regionale Unternehmen noch gezielter dabei zu unterstützen, technische Herausforderungen auf Basis angewandter Forschung zu lösen. So werden Innovations- und Entwicklungsprozesse im Mittelstand ganz aktiv gestaltet.
Fazit
Gerade für kleine und mittlere Unternehmen sind solche Formate wie der Unternehmertag wertvoll, um Erfahrungen auszutauschen, neue Kooperationen anzustoßen und praxisnahe Ansätze zu Themen wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Innovationsmanagement kennenzulernen. Die digitale Transformation gelingt nicht allein durch Technologie, sondern vor allem durch den Austausch von Wissen, Erfahrungen und Best Practices.
Die Organisation der Veranstaltung lag in den Händen des BVMW Thüringen um Marcus Lobe, Ringo Siemon, Thomas Hirt-Peterseim und Luisa Lommatzsch. Ihr gemeinsames Ziel: Unternehmen zusammenzubringen, um den Mittelstand in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen zu unterstützen.
„Wartburg vernetzt 2026“ machte deutlich: Die Zukunft des Mittelstands entsteht dort, wo Menschen ihr Wissen teilen, voneinander lernen und gemeinsam neue Wege gehen.
Bildquellen
- Wartburg vernetzt 2026 – Blick ins Publikum: © Mittelstand-Digital Zentrum Ilmenau






