Sechzig Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Israel bildeten den Rahmen für das Deutsch-Israelische Businessforum in Berlin. Die Veranstaltung fand am 27. Januar 2026 statt.
Auf Einladung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie kamen politische Entscheidungsträger, internationale Technologieunternehmen und Industrievertreter zusammen, um über ein Thema zu sprechen, das zunehmend zum Standortfaktor wird: „Strengthening National and Homeland Resilience through Digital Innovation & Cybersecurity“.
Eröffnet wurde das Forum von Bundesministerin Reiche und dem israelischen Wirtschaftsminister Nir Barkat. Beide machten deutlich, dass wirtschaftliche Resilienz ohne digitale Sicherheit nicht mehr denkbar ist. Produktionssysteme, Lieferketten und Energieinfrastrukturen sind heute digital vernetzt – und damit schutzbedürftig.
Eine hochrangige israelische Delegation mit mehr als 25 Unternehmen aus den Bereichen Cybersecurity, Künstliche Intelligenz, kritische Infrastrukturen, Dual-Use- und Gesundheitstechnologien – zusammengestellt vom Israel Export Institute – unterstrich die technologische Breite und Tiefe des Austauschs.
Im Panel „Cybersecurity Cooperation: Chances and Challenges for Companies and Critical Infrastructure“, moderiert von Steven Heckler, diskutierten Hildegard Müller (Präsidentin des VDA), Thorsten Delbrouck (Group CSO, Giesecke+Devrient) sowie Dadi David Gertler (Executive Director, Israel National Cyber Directorate) über Sicherheitsarchitekturen entlang globaler Wertschöpfungsketten. Im Fokus standen robuste Systemdesigns, regulatorische Anforderungen und die Verantwortung der Industrie im geopolitischen Kontext wachsender Cyberbedrohungen.
Das zweite Panel „The Future of Bilateral Cooperation: From AI Revolution to Real-World Resilience“, moderiert von Charme Rykower (AHK Israel), beleuchtete die industrielle Umsetzung von KI. Dennis Nocht (SAP), Dr. Simon Rinas (Siemens), Meir Avidan (Sentrycs) und Ofer Ronen (Satya Digital Intelligence) zeigten auf, dass Künstliche Intelligenz nur dann Mehrwert stiftet, wenn sie sicher, skalierbar und systemisch integriert wird. Die Keynote von Prof. Dr. Haya Schulmann (Goethe-Universität Frankfurt) betonte die Bedeutung anwendungsorientierter Forschung und internationaler Vertrauensräume.
Thüringen war bei diesem strategischen Dialog sichtbar vertreten. Für die GFE – Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung Schmalkalden e.V. nahmen Martin Voigt (Geschäftsführer GFE e.V.), Jens Neumann (Geschäftsführer GFE Präzisionstechnik Schmalkalden GmbH) sowie Joanna Izdebski (Projektmanagerin im Mittelstand-Digital Zentrum Ilmenau) teil. Ergänzt wurde die Delegation durch Stefan Blechschmidt, Leiter Thüringen International bei der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen und Mitglied des Präsidiums der Deutsch-Israelische Wirtschaftsvereinigung.
Als Modellfabrik Prozessdaten arbeitet die GFE an sicheren Dateninfrastrukturen, digital vernetzten Fertigungsprozessen und der Integration KI-gestützter Anwendungen in reale Industrieumgebungen.
Das Businessforum hat gezeigt: Digitale Resilienz ist kein abstrakter Begriff, sondern ein handfester Wettbewerbsfaktor. Für den industriellen Mittelstand in Thüringen eröffnet eine potenzielle deutsch-israelische Zusammenarbeit neue Perspektiven – insbesondere dann, wenn internationale Innovationskraft mit regionaler Produktionskompetenz systematisch verbunden wird.







