Der Thüringer Werkstofftag ist eine der wichtigsten Fachveranstaltungen und Plattform für Materialforschung und Werkstofftechnologien in Thüringen. In der vergangenen Woche kamen 120 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Industrie und Forschung an der TU Ilmenau zusammen. Unter dem Leitmotiv „Smart Materials, Smart Sensors“ standen aktuelle Entwicklungen, innovative Anwendungen und zukünftige Trends im Bereich moderner Materialien im Mittelpunkt.
Der Fokus war bewusst gewählt: Materialien sind die Basis für Innovationen und leistungsfähige Sensoren. Umgekehrt liefert die Sensorik jene Informationen, um Werkstoffe optimal zu gestalten, nachhaltiger einzusetzen und Produktinnovationen zu beschleunigen – die Basis für die Schlüsselbereiche der Zukunft. Der Thüringer Werkstofftag ist damit ein wichtiger Impulsgeber für den Wissenstransfer und die Initiierung neuer Kooperationen – regional als auch überregional. Das stellte Staatssekretär Prof. Steffen Teichert zur Eröffnung heraus und wünschte dem Fachtag, „dass neue innovative Ideen entstehen, die auf lange Sicht zur Wertschöpfung und zum Erhalt unseres Wohlstands beitragen“.
Die GFE Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung e.V. ist langjähriger Netzwerkpartner und engagiert sich aktiv bei der Gestaltung dieser etablierten Plattform für Austausch, Vernetzung und Innovation. Gemeinsam mit Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft trägt die GFE, auch im Rahmen der Aktivitäten des Mittelstand-Digital Zentrums Ilmenau, dazu bei, die Kompetenzen Thüringens bezüglich Lösungen aus der industrienahen Forschung sichtbar zu machen.
GFE-Geschäftsführer Martin Voigt und Jun.-Prof. Dr.-Ing. Andreas Wirtz, Fachgebietsleiter Fertigungstechnik Hochschule Schmalkalden, beleuchteten während ihres Tandem Talks die enge Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft im Bezug auf spezifische Forschungslösungen in Beschichtung, Aufbereitung und Substitution von Hartmetallen und deren Relevanz für die Material- und Rohstoffresilienz kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU).
Die GFE ist mir ihren Ansätzen direkt am Puls der Zeit, denn das Thema Widerstandsfähigkeit und Alternativen ist brandaktuell vor dem Hintergrund massiv gestiegener Rohstoffpreise und dem damit verbundenen immensen Kostendruck auf die Unternehmen. Die Metallpreise offenbaren erschreckende Zahlen: Der Preis für Ammoniumparawolframat (APT), ein Zwischenprodukt bei der Wolframherstellung, ist im letzten Jahr explodiert. In den letzten 10 Monaten – von Mai 2025 bis März 2026 – stiegen die Kosten um 470 Prozent an. Allein seit Ende November 2025 ging der Preis um das Dreifache nach oben. Dies hänge laut dem VDMA Fachverband Präzisionswerkzeuge mit Exportkontingenten Chinas zusammen, wo Schätzungen zufolge ca. 86 Prozent des weltweiten Wolframs produziert werden.
Als industrienahe Forschungseinrichtung mit Fokus auf Forschung und Entwicklung im Bereich der Werkzeugtechnik sowie Fertigungs- und Zerspanungstechnologien ist die GFE Schmalkalden Partner von KMU auf den Gebieten:
- Werkzeugentwicklung & virtuelle Prozessgestaltung
- „smarte“ Werkzeuge Prozesse
- innovative Fertigungstechnologien
- PVD-Hartstoffschichten & Schneidenmikrogeometrie
- komplexe Charakterisierung von Werkzeugen, Bauteilen und Prozessen
- Prozesskettengestaltung & Qualitätssicherung
- die direkte Umsetzung von Forschungsergebnissen in marktfähige Produkte
Bildquellen
- Thüringer Werkstofftag: ©TU Ilmenau/Barbara Aichroth






